Pressemitteilung von Martin Sträßer MdL
Veröffentlicht am 16.12.2020

Auch Gesundheitssport leidet unter dem Lockdown - „Schutz der Schwächsten hat jetzt absoluten Vorrang“

Auch Fitness- und Gesundheitsstudios trifft die neue Coronaschutzverordnung hart. Trotz perfektionierter Hygienekonzepte müssen sie weiter geschlossen bleiben. Der örtliche Landtagsabgeordnete Martin Sträßer suchte deshalb in der vergangenen Woche das Gespräch mit dem Betreiber des Gesundheitsparks Neviges, Jürgen Kinnen. Menschenleere Bereiche mit Laufbändern, chipgesteuerten Trainingsgeräten und diversen Diagnostik-Möglichkeiten boten Sträßer einen traurigen Anblick.

Kinnen: „Das ist für Mitglieder und mich als Betreiber des Gesundheitsparks eine schwierige Situation. Unser umfassendes Hygienekonzept ist erfolgreich. Trotzdem ist das für die Mitglieder enorm wichtige Training, das ja auch das Immunsystem stärkt, nicht möglich. Wir sind keine „Muckibude“. Gerade wir als gesundheitsfördernder Anbieter leisten einen umfassenden Beitrag zur Steigerung der Lebensqualität unserer Mitglieder. Es geht viel um Schmerzreduktion und Mobilitätsgewinn bei orthopädischen Problemen, systematisches Herz-Kreislauf-Training sowie Sturz-/Demenz-Prophylaxe bei älteren Menschen. Ich sehe unsere Dienstleistung in der Pandemie nicht als Teil des Problems, sondern eher als Teil der Lösung!“ In vielen persönlichen Telefonaten bekäme er die Rückmeldung, dass die Trainingsabstinenz über den psychosozialen Aspekt der Gemeinschaft hinaus im wörtlichen Sinne „schmerzhaft zu spüren sei“.

Sträßer seinerseits zeigte großes Verständnis, machte aber die politische Notwendigkeit deutlich, bei der Dynamik der Entwicklung immer wieder neu bewerten und entscheiden zu müssen: „Es ist zwar für viele eine Zumutung, aber bei steigenden Infektionszahlen hat der Schutz der Schwächsten und Verwundbarsten in unserer Gesellschaft absolute Priorität. Es geht nur noch um Kontaktvermeidung. Das trifft dann auch Fitness- und Gesundheitsstudios.“

Sorge bereitet Kinnen auch die wirtschaftliche Lage. Finanzhilfen würden nicht unbegrenzt möglich sein, wobei sich durch fehlende Neuanmeldungen in den sonst stärksten Monaten die wirtschaftliche Situation wohl nach Wiedereröffnung weiter zuspitzen werde. Sträßer verwies auf das beispiellose Volumen der Hilfsprogramme, mit dem Bund und Länder die finanziellen Verluste ausgleichen beziehungsweise abzufedern versuchen. Das werde weit ins nächste Jahr reichen.

Jürgen Kinnen war erfreut, dass Sträßer sich die Zeit nahm, um sich persönlich einen Eindruck von der Lage vor Ort zu machen. Beide wollen miteinander im Gespräch bleiben: „Der Kontakt zwischen Unternehmen und Politik darf nicht abreißen.“